Frankfurt/Main, 24. Juli 2026 – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag zehn konkrete Entwürfe für die nächste Generation von Euro-Banknoten vorgestellt. Ab sofort können alle Bürgerinnen und Bürger in der Eurozone online mitentscheiden, wie ihr zukünftiges Bargeld aussehen soll. Die Umfrage läuft bis zum 21. September 2026 und soll die gemeinsame europäische Identität auf den Scheinen widerspiegeln.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte bei der Präsentation im Eurotower in Frankfurt: Die Banknoten gehören den Menschen. Sie sind mehr als nur Zahlungsmittel. Mit den neuen Designs will die EZB die Scheine sicherer, haltbarer und ansprechender machen. Gleichzeitig sollen sie besser für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen nutzbar sein und umweltfreundlicher produziert werden.
Die zehn ausgewählten Vorschläge stammen aus einem europaweiten Design-Wettbewerb. Über 1200 Grafiker hatten sich beteiligt. Eine Jury aus 21 Experten wählte die besten Ideen aus. Es gibt zwei Hauptthemen: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Fünf Entwürfe pro Thema zeigen, wie vielfältig die Vorschläge sind.
Im Kultur-Thema stehen berühmte Europäer im Mittelpunkt. Namen wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie oder Leonardo da Vinci könnten künftig die Vorderseiten zieren. Die Rückseiten zeigen lebendige Szenen aus dem Alltag der Kultur, etwa Straßenkünstler oder musikalische Feste. Diese Motive sollen die kreative und wissenschaftliche Stärke Europas hervorheben.
Das zweite Thema richtet den Blick auf die Natur. Vögel wie der Eisvogel oder der Weißstorch sowie europäische Flüsse symbolisieren die Vielfalt und Widerstandskraft der Ökosysteme. Die Entwürfe wirken farbenfroh und lebendig. Viele Betrachter finden sie besonders modern und ansprechend. Auf den Rückseiten sind europäische Institutionen wie das Parlament oder die EZB selbst zu sehen.
Die aktuellen Euro-Scheine mit ihren fiktiven Brücken und Toren stammen aus dem Jahr 2002. Seit 2013 gibt es schrittweise die zweite Serie mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen. Nun steht die erste komplette Neugestaltung seit Einführung des Euro an. Experten erklären, dass regelmäßige Erneuerungen notwendig sind, um Fälschern immer einen Schritt voraus zu bleiben. Neue Technologien ermöglichen fortschrittliche Sicherheitsfeatures, die das Geld schwerer nachzumachen machen.
Zusätzlich legt die EZB großen Wert auf Nachhaltigkeit. Die neuen Scheine sollen länger halten, sodass weniger Papier und Ressourcen verbraucht werden. Auch die Produktionsprozesse werden umweltfreundlicher gestaltet. Damit reagiert die Notenbank auf aktuelle Anforderungen an Klimaschutz und Ressourcenschonung.
Die Abstimmung ist für viele ein positives Signal. Zum ersten Mal können Millionen Menschen direkt Einfluss auf das Aussehen ihrer Währung nehmen. Parallel zur Online-Umfrage führt ein unabhängiges Institut eine repräsentative Befragung durch. Die Ergebnisse fließen in die finale Entscheidung des EZB-Rats ein, die Ende 2026 erwartet wird. Danach beginnt die detaillierte Ausarbeitung, Produktion und Testphase. Die neuen Scheine dürften erst in einigen Jahren in den Umlauf kommen – voraussichtlich Ende des Jahrzehnts.
Bis dahin bleiben die bisherigen Banknoten selbstverständlich gültig. Niemand muss befürchten, dass altes Geld plötzlich wertlos wird. Die Umstellung wird schrittweise erfolgen, wie es bei Währungsreformen üblich ist.
In der Bevölkerung stoßen die Vorschläge auf unterschiedliche Reaktionen. Viele begrüßen die frischen, farbenfrohen Motive. Besonders die Vogel-Designs kommen gut an, weil sie lebendig und naturverbunden wirken. Andere bevorzugen die Kultur-Motive mit bekannten Persönlichkeiten, da diese Stolz und Wiedererkennung wecken. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Einige vermissen die neutralen architektonischen Elemente der alten Serie oder sehen die Abstimmung als reine Symbolpolitik.
Trotz solcher Debatten zeigt die Aktion, wie wichtig Bargeld weiterhin ist. Auch in Zeiten von digitalen Zahlungen bleibt der Euro-Schein ein Stück greifbare europäische Realität. Die EZB will mit dem neuen Design das Vertrauen in das Bargeld stärken und es für alle Generationen attraktiv halten.
Der gesamte Prozess begann bereits vor Jahren. Zuerst wählten Bürger und Experten die beiden Themen aus. Dann folgte der offene Design-Wettbewerb. Die Jury bewertete die Einsendungen nach strengen Kriterien wie Ästhetik, Symbolkraft, Machbarkeit und Inklusion. Nun liegt die Entscheidung teilweise in den Händen der Öffentlichkeit.
Wirtschaftsexperten sehen in der Neugestaltung auch einen praktischen Nutzen. Bessere Sicherheitsmerkmale senken die Kosten durch Fälschungen. Längere Haltbarkeit spart langfristig Geld. Und eine ansprechende Optik kann das positive Image des Euro fördern.
Für die Bürger ist die Teilnahme denkbar einfach. Auf der Internetseite der EZB finden sich alle Entwürfe zum Anschauen. In der Umfrage kann man seine Favoriten bewerten und begründen. Jede Stimme zählt. Die EZB verspricht, die Ergebnisse transparent zu veröffentlichen, sobald die finale Wahl getroffen ist.
Dieser partizipative Ansatz ist neu für die Währungspolitik. Er zeigt, dass die EZB die Menschen einbeziehen will. In einer Zeit, in der viele Bürger das Gefühl haben, wenig Einfluss auf große Institutionen zu haben, ist das ein wichtiges Signal.
Die neuen Euro-Banknoten sollen also nicht nur technisch besser sein. Sie sollen auch emotional ansprechen und die Vielfalt Europas zeigen – von seiner reichen Geschichte und Kultur bis hin zu seiner beeindruckenden Natur. Ob berühmte Persönlichkeiten oder elegante Vögel und Flüsse: Die Entscheidung liegt nun bei den Europäern selbst.
Wer mitmachen möchte, sollte sich bald auf der EZB-Seite informieren. Bis Mitte September bleibt noch genug Zeit, sich die Vorschläge in Ruhe anzuschauen und abzustimmen. Die neuen Scheine werden uns alle betreffen. Deshalb lohnt es sich, jetzt die eigene Meinung einzubringen.
Die EZB hat klargemacht: Dies ist erst der Anfang. Nach der Themenauswahl folgen weitere Schritte bei der Umsetzung. Am Ende steht eine Banknotenserie, die für die kommenden Jahrzehnte Bestand haben soll. Ein Stück Europa zum Anfassen – gestaltet mit der Stimme der Bürger.
